Speisekarten Marketing: 30 Tipps für Gastronomen. (Teil 1)
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Speisekarten Marketing: 30 Tipps für Gastronomen. (Teil 1)


Rene: Moin da draußen, ihr Gastro-Helden. Heute beschäftigen wir uns mit dem Thema:
Speisekarte. Die Speisekarte ist eines der wichtigsten Marketing Instrumente eures Unternehmens. An meiner Seite wieder: Jens Ertel und wir
sprechen heute darüber, worauf müsst ihr achten. Wie müsst ihr euch positionieren? Es gibt mehrere Teile von unserem Speisekarten-Seminar. Einfach mal reinschalten, abonniert unseren Kanal. Dann geht’s schon los mit dem Thema. Es gibt ja viele Möglichkeiten einer Speisekarte. Wir haben sie im Internet, wir haben sie draußen
im Schaukasten und dann haben wir natürlich die normale Speisekarte. Und ich sag immer, der Kellner ist ja die
lebende Speisekarte, aber wir haben ja auch noch Modelle, die man in die Hand nimmt und
aufschlägt. Und da, steigen wir glaube ich gleich mal
ein, was gibt es da für Unterschiede und wie schafft man es, am Ende auch noch mehr Umsatz zu machen. Jens: Ja das Schöne daran ist ja, dass letztendlich
wirklich jedes Restaurant eine Speisekarte hat. Die Vielfalt ist das Schöne daran. Wenn man bei euch ins Restaurant kommt und die Speisekarte gereicht bekommt, dann
ist das ja auch immer so ein bisschen auch so eine Aufregung. Man weiß nicht genau, was erwartet mich heute
als Gast. Was gibt es hier eigentlich? Was kann das Restaurant gut? Es ist ja auch ein Hilfsmittel und ich denke
mal da können wir, als Gastronom, sehr viel tun, um einerseits natürlich Informationen an den Gast zu übermitteln, aber andererseits auch um unsere Stärken und unsere
Positionierung wirklich klar in den Vordergrund zu stellen. Und natürlich um den maximal möglichen Umsatz zu machen. Rene: Stellen wir uns doch mal vor, wir kommen
in ein Restaurant. Als erstes sehen wir draußen die Außenwerbung. Da ist es ja bei manchen Restaurants schon
total schwierig zu erkennen, was wird gemacht. Ok, Italiener kann ich erkennen. Bella Italia, ok Pasta und Pizza. Jens: Richtig, ja. Rene: Dann komme ich aber aufs ländliche
und da steht dann drauf: „Zum goldenen Handschuh“. Jens: Genau, man weiß eben nicht, ob das
jetzt immer noch der klassische deutsche Koch ist, der dort steht und sein Braten und seine
Schnitzel verkauft, oder ist es vielleicht doch der griechische Kollege, der als Pächter
in das Restaurant gegangen ist und den alten Namen übernommen hat, was ja auch richtig ist. Rene: Genau, dann komme ich rein, setze mich
an den Tisch. Perfekt, wenn der Kellner mich zum Tisch begleitet. Und dann kommt die Speisekarte. Und da trennt sich die Spreu vom Weizen. Jens: Richtig, definitiv. Es ist die Visitenkarte der Küche. Ich gehe mal davon aus, dass jeder der kocht,
oder Koch ist, eine ganz klare Leidenschaft hat. Oder hat eine Sache, für die er brennt und was er seinen Gästen zeigen möchte. Das macht mich als Koch aus, das sind meine Geheimrezepte, das sind die Dinge, die mich wirklich schon
immer interessiert haben. Also jeder hat ja so einen gewissen Schwerpunkt. Damals in der klassischen Gastronomie wurde
ja noch dann entsprechend Positionsweise produziert in der Küche. Heute macht ja ein Koch alles. Aber trotzdem würde ich ganz gerne wissen,
als Gast, was erwartet mich hier beziehungsweise was ist der Knaller des Tages oder was ist
die wirkliche Spezialität dieser Küche. Rene: Jetzt kommen wir zur Speisekarte. Der Kellner bringt uns die Speisekarte, natürlich
geöffnet. Gleich so, wie man es klassisch macht. Oft genug sehen wir es, dass die Speisekarte
ungeöffnet zum Gast gebracht wird. Dann wird sie auf den Tisch gelegt, zu den
einzelnen Personen und dann muss man sie selbst öffnen. Erster kapitaler Fehler, weil in dem Moment
wo ich sie öffne und als Kellner auch eine Empfehlung ausspreche und zwar was? Jens: Na im Idealfall natürlich den Aperitif,
als Getränkeumsatz, ist nicht ausgestorben, man glaubt es ja gar nicht. Und es gibt auch mehr als nur Aperol Spritz
und den Hugo. Also da kann ich immer nur sagen, dank des
Aperol Spitz‘ ist der Aperitif ja wieder in die Öffentlichkeit getreten. Und die Italiener machen es uns ja vor, oder
andere Länder machen es uns ja vor mit einem schönen Wermut in Spanien, dass der Aperitif
ja durchaus seine Berechtigung hat. Rene: Und dann kommt die Empfehlung. Ihr müsst immer dran denken, dass der Service
mit der Küche kommuniziert. Vor der Schicht wird besprochen, was soll
verkauft werden. Wo ist sozusagen das Ziel heute, was abverkauft
werden soll und dann kommt die Empfehlung des Kellners. Jens: Absolut, weil ich denke wir müssen
grundsätzlich von einem Vertrauensverhältnis sprechen in der Gastronomie. Also der schlecht denkende Mensch sagt: „Ja,
der Kellner will mir jetzt das verkaufen, was weg muss oder was gar nicht gut läuft.“ Aber ich bin der Meinung, wenn wir eine Vertrauensbasis
aufbauen, zu den Gästen, dann geht es immer darum das wir wirklich die Dinge als Empfehlung
ausspreche, von denen wir glauben, dass sie an dem Tag toll sind. Also mittags anders als abends, im Winter
anders als in der Spargelzeit. Wo ich dann wirklich die Dinge in den Vordergrund
stellen möchte, die in dieser Zeit oder zu dem Zeitpunkt, das Passende sind. Weil ich
ja meinen Gast verwöhnen möchte. Rene: Jetzt kommt es mal zu einer Zeitangabe. Ihr habt ungefähr 45 Sekunden für den Erstkontakt
am Gast. Wenn ihr die 45 Sekunden clever ausnutzt,
dann habt ihr den ersten Verkauf gemacht. Oft ist ja so, dass der Kellner die Karten
hinbringt und dann geht er wieder weg. Was hat er vergessen? Zu fragen, was es an Getränken geben soll. Eigentlich müsste der Kellner generell immer
vom Tisch weggehen, mit einer Bestellung. Jens: Definitiv. Also jeden Kontakt nutzen zum Gast. Ich sag immer: „Immer den zweiten Gedanken
mitnehmen“. Nicht nur hingehen, die Speisekarte vorlegen,
sondern, wie du so schön sagtest, die Aperitif-Empfehlung aussprechen, den Gast auch wirklich anschauen
dabei, dass es nicht so eine Pauschalfrage ist. Vielleicht auch mit einem Vorschlag kommen:
Wir haben heute diese oder diese Sache im Angebot, einmal alkoholfrei und einmal dann
vielleicht auch alkoholisch, wenn es mittags ist. Oder halt für den Abend, gezielt natürlich
die alkoholischen Getränke in den Vordergrund zu stellen. Und wenn der Aperitif-Verkauf erfolglos ist,
dann komme ich mit der Tagesempfehlung. Ich nehme also sogar die zweifache Chance
mit dem ersten Kontakt, nämlich diesen Aperitif und auch die Tagesempfehlung zu verkaufen
oder anzubieten. Rene: Ihr merkt es, Schulung der Mitarbeiter,
ganz wichtiges Thema. Wenn ihr ein perfekt ausgebildetes Servicepersonal
habt, dann ist es selbstverständlich, dann komme ich als Gast rein, setze mich hin, weiß
sofort, ich kriege eine Empfehlung, ich weiß, was gibt es gerade aktuell auf der Karte. Das heißt, das Personal muss wissen, was
es auf der Karte gibt und es muss auch wissen, wie es zubereitet wird, das heißt, wie schmeckt
es. Und was kann ich vielleicht sogar als Begleitung
dazu, Thema Wein haben wir ja in anderen Videos gemacht, welchen Wein kann ich zu welchem
Gericht empfehlen? Und dann wird gleiche eine Flasche verkauft,
Flasche Wasser, Flasche Wein und schon macht ihr Umsatz. Aber das ist der erste Schritt gewesen. Der Gast sitzt, wir haben die ersten 45 Sekunden
ausgenutzt und jetzt kriegt der Gast eine Speisekarte in die Hand. Und da trennt sich wieder die Spreu vom Weizen. Weil es gibt unendlich viele Speisekarten,
die einfach mal auf Deutsch “scheiße” aussehen. Ihr müsst überlegen, der Gast nimmt sie
in die Hand und die Haptik. Wir haben ein bisschen was mitgebracht, um
euch einfach mal eine Alternative zu zeigen und wie muss eine perfekte Speisekarte eigentlich
aussehen. Jens. Definitiv. Denn wir nehmen ja wirklich mit allen Sinnen
wahr. Da gibt es ja diese uralte VAKOG-Geschichte. Ich gebe das nochmal ganz kurz als Orientierung. VAKOGs sind wirklich unsere fünf Wahrnehmungen,
die wir haben. Das heißt visuell, das steht natürlich für
das optische. Ich sehe etwas. Dann haben wir die Akustik, ich höre den
Kellner, den Gastgeber. Dann haben wir die Kinetik, also die Haptik,
also ich nehme etwas in die Hand und fühle es. Dann habe ich noch das Olfaktorische, das
ist der Geruchssinn. Es gibt wahrhaftig auch Speisekarten, an denen
man riecht, was es in der Küche gibt, im negativen Sinne. Und dann aber durch das Gustatorische, gut,
man kann oder sollte an der Speisekarte nicht lecken, aber das ist ja auch ne Wahrnehmung,
dass man vielleicht schon dann diesen Geschmack im Mund spürt, wenn man die herrliche Speisekarte
aufschlägt. Und diese fünf Wahrnehmungssinne, das sind
wirklich die Dinge mit denen jeder Mensch, das Entgegennehmen der Speisekarte empfindet. Und da will ich natürlich auf meiner Seite
Gewinn. Und da hat es schon sehr viel mit der wirklichen
Haptik zu tun. Ist sie sauber, ist sie klebrig? Nein, ja. Rene: Kennst du die, die du aufmachst und
dann [klebriges Geräusch] Jens: Ja, und dann klebt das so schön, ja
ja. Rene: Dann fasst du drauf und bekommst die
Finger nicht mehr ab. Also ein absolutes No-Go. Wenn eine Speisekarte lange in Benutzung ist,
tauscht die aus. Gebt euren Gästen etwas in die Hand mit dem
sie sich wohlfühlen. Das ist der erste Eindruck, den ihr hinterlasst. Wenn das Ding klebrig, wie soll das denn dann
erst auf dem Teller aussehen. Jens: Also das sind ja schon häufiger Materialien,
die sich so leicht gewachst anfühlen. Also ein warmes Papier, empfinde ich. Diese Dinge sind abwischbar. Also auch dann, wenn wirklich ein Malheur
am Tisch passiert, das heißt, dass der Rotwein oder die Sauce dann auf die Speisekarte kommt,
dann kann man es sehr schön abwischen. Und wenn dann hier so eine Ecke wirklich anfängt,
krumm zu werden, dann sollte man sie wirklich austauschen. Hier sieht man ein sehr schönes Beispiel. Hier hat man auch ein wenig investiert, weil
da hat man gesagt, es ist ja auch die Image-Broschüre meines Unternehmens. Rene: Was mir jetzt wieder nicht gefällt,
ohne jetzt ins Detail zu gehen, das ist eine Enzyklopädie. Jens: Ja Rene: Und Enzyklopädien brauchen wir nicht,
weil der Gast schafft es nicht, so viel zu lesen, wie ihr in eine Speisekarte hineinmacht. Jens: Der Umfang ist wahrhaftig. Aber ich denke da werden wir später nochmal
ganz gezielt drauf eingehen. Ist natürlich hier in diesem Falle ein Restaurant,
welches sehr umfangreich ist, was ja auch nicht schlecht ist. Es gibt ja durchaus Betriebe, die sich mit
einer gewissen Produktbreite und Produkttiefe präsentieren möchten. Da brauche ich natürlich ein paar Seiten,
um das darzustellen. Rene: Was mir hier gefällt, eine Speisekarte,
mal eine ganz andere Alternative. Da steht nicht Speisekarte drauf, da steht
Fotoalbum drauf. Jetzt kann man ja überlegen, macht man Fotos
hinein oder nicht. Wo würdest du empfehlen, Fotos hinein zu
machen? Jens: Eigentlich immer. Gute müssen es sein, also das kann ich schon
mal ganz klar sagen. Rene: Das sind richtig schöne Fotos. Jens: Absolut. Das sind grafische Hochleistungen, das sind
tolle Bilder. Da muss man ein paar Euro in die Hand nehmen. Das lohnt sich aber, gerade wenn ich Produkte
habe, die erklärungsbedürftig sind. Bei einer Schweinshaxe aus dem Grill, da kann
ich mir schon irgendwie vorstellen wie das aussieht aber gerade, wenn ich Spezialitäten
anbiete, im Vorspeisen-Segment stark bin, wenn ich bei Produkten jetzt schon weiß,
dass da Erklärungen nötig sind, dann suche ich mir einen guten Fotografen und setze mich
gemeinsam mit einem Grafiker hin, um wunderschöne Bilder in meine Karte zu machen. Weil wir wissen, ein Bild sagt mehr als tausend
Worte und es unterstützt das Kopfkino, welches der Gast vielleicht schon beim lesen des Namens
bekommt und dann sieht er das Bild und dann passt es zusammen und wenn dann der Teller
natürlich noch ansatzweise so aussieht wie er abgebildet worden ist und davon gehe ich
aus, dass man das so haben möchte, weil es ja eigene Fotos sind, dann hat man schonmal
fast alles richtig gemacht. Rene: Also macht nicht den Fehler, wie eine
große Burgerkette. Da gibt es die tollsten Food-Fotos und wenn
ihr es dann bekommt, sieht es total anders aus. Da wundere ich mich immer, wie kann das sein. Fotografiert authentisch das, was ihr auf
den Teller packt, packt das in die Speisekarte, sodass der Gast auch wirklich sehen kann,
was er bekommt. Das muss nicht bei allen Gerichten sein. Hier haben wir ein Beispiel, bei dem viele
Sachen einfach nur gemalt sind. Aber ich bekomme auch hier wieder Appetit. Da sind tolle Sachen dabei, wo ich einfach
sagen kann, OK die Speisekarte macht Spaß. Ich gucke sie gerne an. Sie hat eine tolle Haptik, sie klebt nicht
und ich verlaufe mich auch nicht in der Menge der Speisen. Ich kann mich zwischen der 15. Und der 18. Und der 35. Pizza eh nicht entscheiden, weil ich weiß
was ich will. Dann bekomme ich 30 verschiedene Pizzen und
im Endeffekt kaufe ich eh immer nur die 4-5 standardmäßigen und wechsle nicht wirklich. Jens: Ja, das ist das verrückte. Das wir auch da nach dem alten Pareto-Prinzip
vorgehen können. Das wir wahrhaftig mit 20% oder das ihr mit
20% oder 25%, manchmal sogar 30% in jedem Fall aber mit einem sehr niedrigen Anteil
eurer Gerichte ein Großteil des Umsatzes generiert. Man sagt 20% der Artikel machen 80% des Umsatzes,
wenn man das mal wirklich auswertet, mal alle zusammenzählt und ins Verhältnis stellt,
dann passt das schon. Und da sehe ich ja schon alleine, wie der
Gast entscheidet. Welche Erwartungshaltung hat der Gast von
meinem Restaurant, wenn er hineinkommt? Worauf hat er Appetit, wenn er schon zu Hause
an mich denkt und gezielt zu mir kommt? Oder wenn ich in der Stadt bin und Laufkundschaft
habe, dann habe ich auch die Situation, der Gast entscheidet sich, sich hinzusetzen und
dann sehe ich, was dieser für eine Erwartungshaltung hat. Rene: Das ist glaube ich ganz wichtig. Wenn ihr die Speisekarten analysiert, das
könnt ihr mit euren Kassensystemen machen. Einfach die Renner- und Pennerlisten um einfach
mal zu gucken, was habe ich denn eigentlich an tollen Gerichten. Immer wenn wir in ein Coaching gehen, dann
fragen wir: „Was sind denn eigentlich eure Top-Gerichte?“ und dann kommt etwas ganz Witziges heraus,
weil die wo ihr denkt, die müssten eigentlich auf A stehen, die stehen manchmal auf C. Und dann kommt noch etwas ganz Schlimmes. Sie sind nicht kalkuliert. Es gibt keine Rezeptur, das ist ein Bauchgefühl
und dann komme ich natürlich sofort in Schwierigkeiten. Das heißt, ihr habt vielleicht eine tolle
Speisekarte, die Leute kaufen bei euch die Gerichte aus der C-Kategorie, die aber schlecht
kalkuliert sind. Die dann auf einmal viel Umsatz machen, aber
ihr habt keinen Gewinn. Deswegen muss man analysieren. Wie macht man das am allerbesten? Jens: Letztendlich ist die Rezeptur, also
das, was ich auf den Teller packe ja schon einmal wichtig. Da rechne ich das alles zusammen was dann
für so ein Gericht auf dem Teller liegt. Dann gehe ich natürlich in die Kalkulation,
das ist jetzt die klassische Warenkost-Kalkulation. Ich sollte mir aber auch vorher darüber im
Klaren sein, welche Deckungsbeiträge ich pro Gericht benötige, um dann wirklich alle
anderen Kosten prozentual zum Speisenanteil meines Umsatzes, dass diese Betriebsnebenkosten
und Personalkosten prozentual zum Food-Umsatz herunter gerechnet und dann durch die Anzahl
meiner verkauften Gerichte geteilt, gedeckt sind. Da weiß ich jetzt schon, wenn ich da im Schnitt
bei 6-7€ bin und einen Flammkuchen, der günstig im Wareneinsatz ist, einkaufe, den
ich vielleicht 4,90€ oder 5,90€ verkaufen möchte, habe aber bereits einen Deckungsbeitrag
von 5-6€, das haut nicht hin. Da muss ich nachkorrigieren. Vor allem wenn es ein A-Produkt ist, mit einer
großen Verkaufshäufigkeit. Rene: Also, nicht vergessen, rezeptiert. Kontrolliert und zwar regelmäßig, denn nichts
verändert sich schneller als euer Einkaufspreis von den Lieferanten, ob ihr noch auf dem richtigen
Weg seid. Um die ganze Analyse zu fahren, das haben
wir euch auch schon einmal erklärt, ist es auch ganz wichtig, zählt eure Gäste. Weil ohne die Anzahl der Gäste und den Pro-Kopf-Umsatz,
bringt die schönste Analyse nichts, weil ich nicht weiß, welche Stellschrauben ich
bewegen muss, um mehr Umsatz zu machen. Ziel unserer ganzen Speisenkarten-Geschichte,
die wir hier machen ist, dass ihr mindestens 10% mehr Umsatz macht. Und das haben wir in vielen, vielen Restaurant
getestet und können euch sagen, 10% ist das Minimum. Wenn ihr eine Speisekarte richtig gestaltet
und richtig analysiert und Rezepturen beherzigt, dann geht der Umsatz automatisch hoch. Wie das ganze funktioniert, erzählen wir
euch natürlich jetzt weiter, denn da gibt es viele Stellschrauben, an denen man drehen
muss und wenn man das weiß, dann kann man noch erfolgreicher werden als jetzt. Jetzt haben wir die Analyse gemacht, jetzt
haben wir Rezepte gemacht. Und jetzt ist der Gast ja da, der Kellner
war das erste Mal da, jetzt haben wir die erste Bestellung. Jetzt habe ich die Speisekarte in der Hand. Worauf muss ich, als der der die schreibt
denn achten? Wo platziere ich welche Produkte? Da gibt es nämlich eine goldene Regel und
die ist nicht nur in Deutschland analysiert worden, die ist weltweit analysiert worden,
es gab eine große Studie in Amerika. Und jetzt kommt der absolute Knaller. Ihr könnt entscheiden, was der Gast kauft,
ohne dass ihr ihm das sagt, denn wir ticken halt so. Und wie ticken wir? Jens: Ja wir ticken zwei vier rechts, also
das ist so die 2-4-rechts Formel also das letztendlich im europäischen Bereich, ich
denke die Asiaten ticken da etwas anders, die rechte Seite der Speisekarte entscheidend
ist. Wir schauen gerne sofort immer auf die rechte
Seite. Dann gibt es eine klare Lesekurve. Also man schaut rechts, in die Mitte, geht
hoch, geht link rüber und endet wieder rechts unten. Das ist dann sozusagen wirkliche eine Lesekurve,
die heißt auch so. Also man schaut in die Mitte, geht hoch, geht
rüber und dann wieder runter. Wenn man an dieser Lesekurve dann die Produkte
platziert, die ich bewusst verkaufen möchte, nämlich auf Position eins und drei und da
reden wir wieder von dem Gesetz zuerst und zuletzt. Das heißt, das sehe ich zuerst, gehe rüber
ganz kurz und gehe wieder rechts rüber. Also eins und drei auf der rechten Seite,
diese beiden Produkte möchte ich bewusst verkaufen und die könnte ich letztendlich
umranden oder mit einem bestimmten Bild unterstützen. Rene: Highlighte setzen. Jens: Genau. Rene: Jetzt guckt mal bitte alle in eure Speisekarten. Wir machen jetzt 10 Minuten Pause, nein quatsch. Aber schaut mal in eure Speisekarten. Wenn die Lauflinie so ist, ist oben rechts,
das meistverkaufte Produkt. Geht es dann nach links, auf die andere Seite
also auch ein sehr gutes, danke für die Teilung, als ein sehr guter Verkauf und unten rechts
auf der Speisekarte steht auch ein Top-Produkt. Ich sag mal, in 80-90% der Restaurants ist
das so. Und jetzt wisst ihr Folgendes: Der Gast entscheidet
sich, nicht immer, aber sehr oft für dieses Produkt, für dieses Produkt, hier machen
wir mal eine null Komma null, weil da entscheidet er sich. Jetzt müsst ihr folgendes machen, ihr habt
eine Rezeptur, ihr wisst wie hoch der Deckungsbeitrag ist und jetzt setzt ihr gezielt eure Produkte
an diese Stellen, die ihr verkaufen wollt, wo es einfach richtig im Portemonnaie klingelt,
weil dann seid ihr auch noch viel erfolgreicher. Wenn ihr jetzt mal schaut, auf die ganz normale
Statistik, ein italienisches Restaurant, wenn jetzt hier oben die Pizza stehen würde, steht
da immer die Pizza Margherita, warum? Jens: Die geht so oder so. Rene: Weil man das gelernt hat, die geht so
oder so. Das heißt, ihr müsst auch eure Speisekarten
vermischen. Das heißt nicht mehr dieses klassische 2,90€,
3,90€, 4,90€, 5,90€, man macht ja auch meistens diese Preise untereinander. Das macht es mir als Gast einfach, wenn ich
nicht so viel Geld dabeihabe, dann entscheide ich mich immer für das obere Produkt. Jetzt haben wir aber gelernt, das obere Produkt
wird meistens so oder so gekauft. Jetzt müsst ihr das Produkt mit dem größten
Deckungsbeitrag dort platzieren. Es muss nicht das teuerste sein, das Rinderfilet,
sondern eins wo ihr richtig Spaß habt. Jens: Jetzt haben wir schon die rechts-Situation
erklärt und dann auch die Lesekurve aber die 2-4-Situation haben wir noch nicht erklärt. Das ist nämlich das, was wir gesagt haben,
was festgestellt worden ist, dass die Seiten 2 und die Seiten 4, also eben rechts-Seiten. Wenn ich so eine Karte haben sollte, kann
ich diese Seite schon nutzen für eine Einlage, der saisonalen Angebote, der Tagesangebote
mit einem kleinen Clip vielleicht, damit die Seite nicht herausfällt. Und dann gehen wir schon auf Seite 2, wo normalerweise
die Historie des Unternehmens steht, die nicht unwichtig ist. Aber hier können wir jetzt schon etwas platzieren,
was uns wichtig ist. Denn diese Seite und dann die Seite 4 sind
die verkaufsstärksten Seiten. Also kann ich quasi schon strategisch überlegen,
was tu ich hier drauf, was setze ich hier drauf, weil ich weiß, da wird der Gast am
längsten verweilen mit seinen Augen und logischerweise auch seine Bestellung machen. Rene: Also aufschreiben. Seite 2 und Seite 4, also rechte Seiten sind
eure absoluten Verkaufsseiten. Das Zweite was ihr jetzt wisst, wir gehen
auf Position 1, 2, 3, 4, dort platziert ihr die Produkte mit dem besten Deckungsbeitrag. Und als kleines Beispiel, wie man etwas highlightet,
das ist relativ einfach. Jens: Da ist es ja schön gemacht. Rene: Man nimmt einfach die Karte und setzt
es zum Beispiel etwas nach vorne, etwas höher oder man sagt, das ist die Empfehlung. Ihr könnt egal was ihr verkaufen wollt, hier
zum Beispiel bei den Burgern, das Chefs Special: „Fragt danach“. Das heißt ihr müsst es nach vorne heben. Weg von einer Strategie einer Speisekarte,
schön, dass du sie gerade aufmalst, dass ihr sie klassisch, untereinanderschreibt. Alles was wir zum Thema Speisekarte noch besprechen
können, seht ihr in unserem nächsten Video, weil dann geht es darum, wie baue ich sie
auf, wie platziere ich das. Da geht es um das Thema: wie finde ich den
richtigen Preis? Und viele andere spannende Themen. Also bleibt dran, abonniert uns und wenn ihr
Fragen habt, wie immer unten in die Kommentare. Vielen Dank fürs zuschauen und bis bald! Danke Jens. Jens: Bitteschön

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4 thoughts on “Speisekarten Marketing: 30 Tipps für Gastronomen. (Teil 1)

  1. TOP TIPPS !
    Bin selber Kellner und weiß oft schon vorher was der Gast bestellt wenn er auf der Seite ist.
    Obwohl bei uns die Karte relativ klassisch ist Stimmt das mit der Rechts Links Rechts Strategie vollkommen. Genau das sind unsere meistverkauften Produkte.

    Macht weiter so und Vielen Dank für die Videos.
    P.s. mache grade ein neues Lokal auf und Ihr plant die Küche 🙂

  2. Wie kann es eigentlich sein, dass ich eure Videos immer schon like, bevor ich sie komplett zuende geschaut habe? 😉
    Kellner sind nicht nur Dienstleister und das Gesicht des Hauses sondern in erster Linie auch Verkäufer. Und ein guter Verkäufer betreut seine Kunden gemäß deren Wünschen. Dafür ist es besonders gut, wenn man seine Kunden lesen kann.
    Agieren und reagieren = der Kellner empfiehlt (Aktion), der Gast reagiert darauf (Gesichtsausdruck, Gesten, Aussagen…) Wenn der Gast ablehnend reagiert, kann der Kellner wiederum selbst darauf reagieren (Alternativen vorschlagen, nachfragen, in Ruhe schauen lassen…)
    Das ist eine ganz einfache Theorie, die wirklich jeder lernen und umsetzen kann.

  3. Tolles Video! Würde aber gerne wissen, welches Restaurant die MEGACOOLE Speisekarte bei Minute 10:26 nutzt? Wäre super wenn ihr mir die Info weitergeben könnt.
    Grüße

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